Beihilfen durch Bildung und Teilhabe

Seit 2011 werden Kinder und Jugendliche aus Familien, die nur über ein geringes Einkommen verfügen oder Sozialleistungen beziehen durch das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung gezielt unterstützt. Durch eine Vielzahl von Leistungen sollen die Kinder aus den genannten Familien mehr Möglichkeiten als bisher erhalten, an Bildungs- und Förderangeboten sowie am schulischen, sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen.

Da das Gesetz zu Bildung und Teilhabe die mit der Umsetzung betrauten Behörden im Januar 2011 relativ unvorbereitet traf, gab es zunächst große Probleme mit einer zügigen Umsetzung des Gesetzesauftrags. Bis heute ist des Gesetz zu Bildung und Teilhabe und die Möglichkeiten, die dieses Gesetz einkommensschwachen Familien bietet, noch immer nicht allen Eltern hinreichend bekannt.

Etwa 2,5 Millionen Kinder kommen jährlich bundesweit für einen solchen Leistungbezug in Frage. Es handelt sich dabei um  Kinder aus Familien, die Leistungen nach dem II. Sozialgesetzbuch (Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld) oder nach den XII. Buch Sozialgesetzbuch Sozialhilfe oder Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen:

  • Nach SGB II: Arbeitslosengeld II - oder Sozialgeld-Empfänger
  • Nach SGB XII: Sozialhilfe-Empfänger, Kinderzuschlag- oder Wohngeld-Empfänger

Deutschlandweit haben 2013 bislang nur 66 Prozent der Kinder, deren Eltern Sozialgeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag empfangen, die Leistungen des Bildungspakets in Anspruch genommen. Mit einer Quote von fast 80 Prozent liegt Heidelberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Ausgeschöpft ist damit die gesetzliche Vorgabe auch in Heidelberg noch lange nicht.

Dr.Buhl-Lernzentrum ist anerkannter Leistungsanbieter mit der entsprechenden Erfahrung bei Leistungsantrag und der anschließenen Leistungserbringung. Deshalb sind wir Ihnen bei Fragen rund um das Thema "Übernahme und Beantragung von Leistungen" sowie bei der Antragsstellung gerne behilflich. Gerne können Sie uns kontaktieren und einen Beratungstermin vereinbaren.

Welche Leistungen beinhaltet das Bildungs- und Teilhabepaket?

  • Kostenübernahme für die Teilnahme am gemeinschaftlichen Mittagessen in Schule oder Kindertageseinrichtungen
  • Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf
  • Lernförderung, soweit sie zusätzlich erforderlich ist, um die nach den schulrechtlichen Bestimmungen festgelegten Lernziele zu erreichen, d.h. in der Regel zur Erreichung der Versetzung. Zur Feststellung des Bedarfs wird eine Kopie des letzten Zeugnisses sowie eine Bestätigung des jeweiligen Fachlehrers (Formular Lernförderung) benötigt.
  • Kostenübernahme für Schul- und Kindergartenausflügesowie Klassenfahrten
  • Schülerbeförderungskosten für den Besuch der nächstgelegenen Schule
  • Kostenübernahme für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft. Mitgliedsbeiträge für in den Bereichen Kultur, Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit tätige Vereine.

Wo sind die Leistungen zu beantragen?

Sie erhalten das Antragsformular sowie das Formular zur Lernförderung direkt hier zum Ausdrucken unter nachstehender Adresse.

Antrag Bildung und Teilhabe

Formular Lernförderung

Die ausgefüllten und unterschriebenen Formulare (Antragsfomular u. Lernförderungsformular) richten Sie bitte an den für Sie zuständigen Leistungsträger.

Arbeitslosengeld II: Jobcenter Heidelberg

Speyerer Straße 6

69115 Heidelberg

Jobcenter-Heidelberg@jobcenter-ge.de
Telefon: 06221 9159111

 

 

Sozialhilfe, Wohngeld und/oder Kinderzuschlag: Stadt Heidelberg

Amt für Soziales und Senioren

Fischmarkt 2

69117 Heidelberg

sozialamt@heidelberg.de
Telefon: 06221 58-37010

Etwa 5 Jahre nach dem Start von BuT wurden diverse Unzulänglichkeiten dieses Gesetzes festgestellt (SOZIALwirtschaft 4/2016). Bemängelt wird, dass es den Kommunen nicht gelingt das Geld an das Kind und die Jugendlichen zu bringen. Es wird zu wenig beantragt, weil der bürokratische Aufwand immens ist: für die Eltern wie auch die Behörde. Auch wenn einige Kommunen kreative Wege zur Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes gehen, so wünscht man sich gerade bei der Finanzierung von Lernförderung mehr Flexibilität. So wird Lernförderung -. gesetzeskonform – gewährt, wenn die Versetzung gefährdet ist. Bei Migrantenkindern jedoch, deren Versetzung permanent gefährdet ist wegen nicht oder kaum vorhandener Deutschkenntnisse, tut man sich schwer bei den Behörden mit einer Bewilligung von Lernförderung. Dennoch sollten sich Eltern nicht entmutigen oder gar abhalten lassen Lernförderung zu beantragen auch, wenn der Grund für eine Beantragung nicht ausschließlich die Versetzungsgefährdung ist.